Gezeiten
Gerd Kuck, Collagen
Zu meinen Werken
Zu Beginn war da nur ein Tisch, auf dem man etwas draufstellen konnte. Meine ersten Theaterstücke funktionierten so, ich stellte Dinge auf den Tisch und schaute, was passiert, wenn Musik dazu gespielt wurde. Ich spiele seit vielen Jahren ein Papiertheaterstück aus einem Koffer. Wenn der Deckel aufgeklappt ist, sieht man einen hohen Himmel und einen niedrigen Horizont. Das ist der Raum, den ich brauche, da entfaltet sich die Fantasie. Einmal spielte ich ein Stück, in dem jemand an einem Tisch am Fenster saß und Tee trank und dabei zusah, wie ein kleiner Zeppelin aus dem Raum zum Horizont verschwand. So ist das eigentlich immer noch, ich sitze am Tisch bei einer Kanne Tee und lasse die Gedanken laufen. Das ist wahrscheinlich nicht sehr spannend, aber mir gefällt das. Das Schöne an den Collagen ist, man kann jederzeit in diesen Raum zurückkehren.
Gerd Kuck,
geb. 1959 im Ammerland, an der Grenze zu den Mooren Frieslands,
aufgewachsen im linksrheinischen Junkersdorf, heute zu Köln gehörend.
Nach den üblichen Schwierigkeiten in der Schule und einer Ausbildung zum Tischler folgt
1984 die Ausbildung zum Bauingenieur.
Während des Studiums Beginn der Tätigkeit als Bühnenbildner und Requisiteur beim
Sprungbrett - Nachwuchstheater im Westdeutschen Werbefernsehen (WWF).
Erste Collagen entstehen, das Studium wird abgebrochen.
1988 fällt die Inszenierung eines Papiertheaterstücks bei der Jury der Künstlerfreunde
vom Kölner Kästchentreffen durch, die Mischung von Papierelefanten, Kirmesrad und
Geigenkratzen wirkt überfordernd.
Es folgen fast 40 Jahre Puppenspiel-Serien, Seifenopern und Polizeipropaganda-Serien für ARD/ZDF und RTL, nationale wie internationale Auftritte mit diversen eigenen Papiertheaterbühnen und Beteiligungen an Kunstausstellungen (zuletzt in Österreich im Ausstellungshaus Spoerri).